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LEITARTIKEL

Gilles-William Goldnadel
 Sarah Halimi: Von der ideologischen Unterwerfung zur gerichtlichen Resignation

 

Rechtsanwalt Gilles-William Goldnadel. Foto © DR
Rechtsanwalt Gilles-William Goldnadel. Foto © DR

[DAS BLOGNADEL] Während des Sommers weiht Me Gilles-William Goldnadel sein Notizbuch mit den Nachrichten der Woche ein.

So hat der für den Fall der Ermordung von Sarah Halimi durch den radikalen Muslim Kobi Traoré zuständige Untersuchungsrichter ihn schließlich wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt (das Attentat datiert vom 4 des Antisemitismus.

Ich könnte Erstaunen vortäuschen, aber ich bin zu sehr daran gewöhnt. Der ideologische Ernst, vielleicht unbewußt, ist schwer.

Soziologisch ähnelt das Justizpersonal dem Medienpersonal. Wir haben den Widerwillen des zweiten gesehen, die Umstände des Attentats offenzulegen. Die Angst, den Islam zu belasten, das fehlgeleitete antirassistische Über-Ich, die ehrfürchtige Angst, die Bedeutung des Antisemitismus in einem nicht zu vernachlässigenden Teil der islamischen Bevölkerung zu enthüllen.

Dieselbe Angst, dasselbe Über-Ich, dieselbe ehrfürchtige Angst bewohnen viele Richter. Und doch. Leider lässt die Datei nur sehr wenig Spekulation zu.

Zuerst folterte der Attentäter sein Opfer mehr als eine halbe Stunde lang unter den Schreien von Allah Wakbar! Dieser einfache nachgewiesene Umstand hat bereits die Untersuchung der antisemitischen Motivation geboten.

Wie mir die wunderbare Henda Ayari am Freitag am Mikrofon von RMC bestätigte, die mit dem Salafismus brach und ihm eine ergreifende Geschichte entlockte, gehört obsessiver Antisemitismus zum ideologischen Gepäck jedes Islamisten mit Selbstachtung. So wie die Presse und die Justiz keine Fragen zur rassistischen Absicht der Skinheads stellten, die einen unglücklichen Komoren in die Seine geworfen hatten, hätten dieselben Beweise den Pariser Richter inspirieren müssen.

Aber nicht nur das: Aus den Prozessakten geht eindeutig aus Zeugenaussagen hervor, dass der Attentäter sein künftiges Opfer in der Vergangenheit rassistisch beleidigt hatte und dieses ihn besonders fürchtete. Und als ob das nicht genug wäre, hatte der Magistrat den Mörder gerade verhört und dieser hatte zugegeben, dass er nichts über den jüdischen Ursprung seines zukünftigen Martyriums wusste...

Was war noch nötig, um es zumindest zu untersuchen? Der Wille, kein Zweifel. Ich werde aber nicht aufgeben. Ich bin daran gewöhnt, sagte ich...

Als ich Rabbi Sarfati verteidigte, den mutigen Anführer einer jüdisch-muslimischen Bruderschaft, der aber von radikalen Islamisten zusammengeschlagen wurde, dieser Staatsanwalt, der während der Anhörung hartnäckig behauptete, dass es nicht nur um junge Verlorene ginge ... Das Gericht der Republik, Gott sei Dank nicht gefolgt ... derselbe, der nichts Antisemitisches darin sehen will, dass Sarah Halimi von einem Islamisten gefoltert wurde.

Es gibt keinen schlimmeren Blinden als einen Richter, der nicht sehen will. Mögen die Ermahnungen von Präsident Macron, der gerade – endlich – das Martyrium von Sarah heraufbeschworen hat, dazu beitragen, uns die Augen zu öffnen.

Denn von der ideologischen Unterwerfung bis zur gerichtlichen Resignation gibt es nur einen klerikalen Schritt.

 

Quelle: © [LE BLOGNADEL] – Sarah Halimi: Von der ideologischen Unterwerfung zum gerichtlichen Rücktritt | Aktuelle Werte

0 Kommentare

  • Patricia JS Cambay
    Gesendet Juli 22, 2017 23 Stunden 0Likes

    „…von der ideologischen Unterwerfung bis zur gerichtlichen Resignation.“ Von der Feigheit zum Verrat hat der Kleriker nur einen kleinen Schritt zu tun.

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